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Spezifische Maßnahme - European Reintegration Network (ERIN)

Das Bundesministerium für Inneres nimmt seit Juni 2016 als offizielle Partnerorganisation am „European Reintegration Network“, kurz ERIN-Programm teil und bietet Reintegrations-unterstützung in unterschiedlichen Herkunftsländern an.

AKTUELL: ERIN-Ausschreibung 2018

Aktuell hat Österreich im Rahmen von ERIN Verträge mit Service Providern in Afghanistan, Irak, Marokko, Pakistan und Russland.
Vor dem Hintergrund, dass demnächst die meisten dieser ERIN-Verträge mit Service Providern auslaufen, wird aktuell unter Federführung der Niederlande ein zentrales Ausschreibungsverfahren für 21 ERIN-Rückkehrstaaten in die Wege geleitet.


Was ist ERIN?

ERIN ist ein Rückkehr- und Reintegrationsprogramm auf europäischer Ebene mit dem Hauptziel, Reintegrationsunterstützung im Herkunftsland anzubieten.

ERIN ist eine Spezifische Maßnahme (Specific Action) im Rahmen des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der EU, wird von den Niederlanden (Repatriation and Departure Service (R&DS) – Ministry of Security and Justice of the Netherland) geleitet und zu 90% aus Europäischen Mitteln finanziert.

Im Rahmen eines zentralen Ausschreibungsverfahrens werden Leistungsanbieter (Service Provider) zur Umsetzung von Reintegrationsprojekten in Drittstaaten ausgewählt. Im Anschluss werden mit ihnen, im Namen der partizipierenden Partnerorganisationen (Mitgliedsstaaten und assoziierende Saaten), Verträge geschlossen.

Die Höhe und der Umfang der Reintegrationsleistung, also jene Leistung, die ein Rückkehrer oder eine Rückkehrerin erhält, wird von jeder Partnerorganisation selbst bestimmt.

ERIN in Österreich

Bereits im ersten Programmjahr wurden die Erwartungen an ERIN deutlich übertroffen:

Von Juni 2016 bis Jänner 2018 erhielten 843 Personen im Rahmen ihrer Rückkehr von Österreich in ihr Heimatland Reintegrationsunterstützung über das ERIN-Programm. Unter Berücksichtigung von Familienangehörigen kehrten im selben Zeitraum sogar 1.254 Personen freiwillig in ihr Heimatland zurück.

Aktuell (per 23.02.2018) wird ERIN-Reintegrationsunterstützung in folgenden Herkunftsländern zur Verfügung gestellt:

  • Afghanistan
  • Irak (KRG und Zentral)
  • Marokko
  • Pakistan
  • Russische Förderation

Service Provider und Reintegrationsunterstützung

Bei den Service Providern handelt es sich entweder um eine im Herkunftsland angesiedelte Internationale Organisation oder eine lokale NGO, die den Rückkehrer und die Rückkehrerin bei ihrer Wiedereingliederung in der Heimat unterstützt.

Im Rahmen des ERIN Programms erhält jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin eine Reintegrationsleistung in der Höhe von 3.500 Euro, wobei 500 Euro als Bargeld und 3.000 Euro als Sachleistung vom Service Provider im Herkunftsland ausgegeben werden; mit Ausnahme der Russischen Föderation, hier wird der Betrag von 3.500 Euro ausschließlich als Sachleistung zur Verfügung gestellt.

Während die Geldleistung grundsätzlich dazu gedacht ist die unmittelbaren Bedürfnisse nach der Rückkehr zu decken, dient die Sachleistung insbesonders als Investition zur Schaffung einer Existenzgrundlage und trägt somit zu einer nachhaltigen Rückkehr bei.

Leistungsumfang (pro Haushalt erhält eine Person Reintegrationsunterstützung)

  • Abholung/Empfang und Assistenz am Ankunftsort (z.B. Flughafen)
  • Kurzfristige Unterkunft am Ankunftsort
  • Beratung und Unterstützung bei der Existenzgründung im Herkunftsland
  • Unterstützung in sozialen, medizinischen und rechtlichen Angelegenheiten
  • Unterstützung bei Wohnungssuche / Wohnraumbeschaffung (ggf. Mietzuschuss)
  • Unterstützung bei der Gründung eines Kleinunternehmens (Erstellung eines Businessplans, etc.)
  • Beratung bei der Suche und Vermittlung von Arbeitsstellen
  • Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
  • Sonstige individuelle Hilfsangebote

Zielgruppe

An den Projekten können ausschließlich freiwillige Rückkehrer und Rückkehrerinnen aus dem jeweili-gen Herkunftsstaat partizipieren. Weiters entspricht die Definition der Zielgruppe der EU Verordnung Nr. 516/2014 zum Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF).

Teilnahme und Abwicklungsprozess

Zwischen Rückkehrberatung, BFA und Service Providern in den Rückkehrstaaten fungiert der Focal Point ERIN AUSTRIA im Bundesministerium für Inneres als Informationsdrehscheibe und zentrale Koordinationsstelle, welche auch für die Bewilligung der einzelnen Reintegrationspläne der Rückkehrer und Rückkehrerinnen zuständig ist.

Im Rahmen des ERIN Programms können Anträge zur Projektteilnahme nur durch die Rückkehrberatungsorganisationen (Österreichische Cartiaszentrale, Verein Menschenrechte Österreich) erfolgen. Diese werden zusammen mit dem Antrag auf „Freiwillige Rückkehr“ an das BFA zur Genehmigung übermittelt.

Teilnahmekriterien:

  • Leistungs- und Kriterienkatalog des BFA

Nachdem eine entsprechende Genehmigung des BFA ergangen ist, organisiert die Rückkehrberatung die Ausreise (Pass/ Heimreisezertifikat, Flugbuchung, etc.). Anschließend werden seitens der Rückkehrberatung diese Informationen an den Focal Point im BMI weitergeleitet, der die weitere Kommunikation mit dem Service Provider übernimmt.

Focal Point ERIN AUSTRIA, Bundesministerium für Inneres
Abteilung III/5, Asyl- und Fremdenwesen Minoritenplatz 9, A-1010 Wien
BMI-III-5-Reintegration@bmi.gv.at

ERIN - Prozess: Freiwillige Rückkehr und Reintegration 

ERIN Prozess – Freiwillige Rückkehr und Reintegratio
© BMI

 Genauere Informationen sowie das ERIN-Antragsformular finden sich nachstehend: 

Reintegrationsprozess & Stories – ERIN - Rückkehrer nach Afghanistan

Nach der Ankunft im Herkunftsland wird der Rückkehrer oder die Rückkehrerin vom jeweiligen Service Provider beraten und basierend auf den individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bedürfnissen sowie in Anpassung an die Gegebenheiten vor Ort wird ein Reintegrations- bzw. Businessplan erstellt.

Ein Großteil der Rückkehrer und Rückkehrerinnen entscheidet sich für die Gründung eines Kleinunternehmens im Bereich Handel oder Viehzucht, da hierbei relativ schnell Einkommen generiert werden kann.

Rückkehrer
© BMI

“Hearing these fake stories I believed the agent, I sold my home belongings and jewelleries and went to Austria. I really passed through hard days and nights on the way from Afghanistan to Austria, it took almost 11 months to get there. Life was so difficult and annoying there, it was totally different from what I heard from the agent; I had no chance of getting asylum. After all my parents and wife wanted me to return and spend the rest of my life with them. Therefore I decided to return voluntarily and applied for reintegration assistance. Now have no regrets that I returned back to Afghanistan.”

Rückkehrerin
© BMI

“For having a better life I left Afghanistan and went to Austria. I stayed in Austria for about 11 months. During this period of time I was not allowed to work. As I missed my family and on the other hand I was bored with lonely life in Austria, I decided to return back to my country voluntarily.”

Rückkehrer
© BMI

I decided to move to Europe in order to study, work and make a comfortable life, but unfortunately nothing was as I had planned, thus I returned to Afghanistan to start a business in my own country and take care of my family.”