Korruptionsprävention im BAK

Das BAK hat den gesetzlichen Auftrag, im Rahmen der Analyse von Korruptionsphänomenen Erkenntnisse über deren Vorbeugung, Verhinderung und Bekämpfung zu erstellen und diese in geeignete Präventionsmaßnahmen umzusetzen. Dem Bundesamt obliegt dabei die Förderung der Bereitschaft und Fähigkeiten des Einzelnen, insbesondere von Gebietskörperschaften, sich über Maßnahmen zur Korruptionsprävention und Integritätsförderung Kenntnis zu verschaffen und ein entsprechendes Bewusstsein zu bilden.

Dies beinhaltet die Präventionsarbeit im gesamten öffentlichen Dienst, die Durchführung von Studien sowie den wissenschaftlichen Austausch und die Betreuung von externen Projekten, wie der nationalen Anti-Korruptions-Strategie.

Die Nationale Anti-Korruptionsstrategie

Die Präventionsmaßnahmen des BAK sind Teil der Nationalen Anti-Korruptionsstrategie. Die Nationale Anti-Korruptionsstrategie (Beschluss im Ministerrat am 31.1.2018) bildet den Rahmen für alle Maßnahmen, die österreichweit zur Prävention und Bekämpfung von Korruption gesetzt werden. Sie wurde unter der Federführung des Innenministeriums, im Besonderen des Bundesamtes zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung, und des Justizministeriums unter Einbindung aller relevanten Akteure aus öffentlicher Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft erarbeitet. In zehn Expertenrunden wurden diverse Korruptionspräventionsthemen erörtert und zu Anti-Korruptionsstrategien verdichtet.

Präventions-, Compliance- und Wertemanagementberatungen

Korruptionspräventionsberatungen sind ein Schwerpunkt der Präventionsarbeit des BAK. Basierend auf umfassenden Risikoanalysen ist das Ziel dieser Beratung die Vermeidung von Schadensfällen durch Korruption und Amtsmissbrauch in einer Organisation und die Entwicklung maßgeschneiderter und zielgerichteter Präventionsmaßnahmen. Das Präventionsteam des BAK führt Korruptionspräventions- bzw. Complianceberatungen unterschiedlichen Umfangs in Organisationseinheiten der öffentlichen Verwaltung durch. Die dabei angewendeten Korruptions-Risikoanalysen umfassen Workshops, Einzelfallanalysen, Analysen des Rechtsrahmens, des Organisationsaufbaus und relevanter Arbeitsprozesse u.v.m.

Schulungen (durch Korruptionspräventionsbeamtinnen und -beamte)

Bei Schulungen und Präsentationen steht im Vordergrund, das Phänomen der Korruption umfangreich zu beschreiben und das Publikum hinsichtlich der unterschiedlichen Erscheinungsformen zu sensibilisieren. Der Zuhörer soll danach Korruptionsanbahnungen erkennen und vermeiden können. Um die Reichweite der Schulungen und damit verbunden des Wissens um Korruption zu erhöhen, hat das BAK im BMI ein Multiplikatorenmodell zur Durchführung von Edukationsmaßnahmen implementiert (Korruptionspräventionsbeamtinnen und -beamte) und ist zudem Kompetenz- und Koordinationsstelle eines landesweiten Netzwerks von Anti-Korruptions-Beauftragten.

Das Integritätsbeauftragten-Netzwerk

Der Integritätsgedanke soll in Österreich weiter gestärkt werden. Integres Verhalten soll noch präsenter im Bewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Sektors als grundlegendes Element zur Förderung und Aufrechterhaltung der Rechtsstaatlichkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz verankert sein. Zu diesem Zweck bildet das BAK im Rahmen eines Integritätsbeauftragten-Netzwerks Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zu Expertinnen und Experten für Fragen der Integritätsförderung und Korruptionsprävention aus. Diese Integritätsbeauftragten fungieren in ihren Organisationseinheiten als Multiplikatoren des Integritätsgedankens.

Prävention im Schulbereich unterstützt durch die BAK-App „Correct or Corrupt“

Die korruptionspräventiven Angebote des BAK für Jugendliche zielen auf eine ganzheitliche Förderung ab. Das BAK bietet für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe einerseits einen Anti-Korruptions-Workshop an, andererseits einen Anti-Korruptions-Event, der für die Schule kostenlos ist.

Um Jugendliche und junge Erwachsene bestmöglich zu erreichen, entwickelte das BAK gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der HTL Mistelbach im Zuge des Maturaprojektes eine spielerische Anti-Korruptions-App.

Durch die App „Correct or Corrupt“ sollen Jugendliche und junge Erwachsene zu den Themen Korruption, Ethik und Integrität sensibilisiert werden. Durch die intensive Einbindung von Jugendlichen in den Entwicklungsprozess wurde die App zielgruppengerecht konzipiert. In der App können mit zwölf Charakteren (vom Schüler bis zum Politiker) unterschiedliche Dilemma-Situationen im Hinblick auf Korruption und ethisch-korrektes Verhalten in Alltagssituationen durchlebt und eingeschätzt werden.

BAK Newsletter

Der BAK Newsletter enthält Beiträge zu allgemeinen Korruptionsthemen, unterschiedlichen Präventionsmaßnahmen und -methoden, gesetzlichen Neuerungen und aktuellen gerichtlichen Entscheidungen sowie internationale Entwicklungen in der Korruptionsbekämpfung und erscheint vier Mal jährlich. Wenn Sie den Newsletter abonnieren möchten, schicken Sie bitte ein E-Mail an BMI-IV-BAK-1-1@bak.gv.at.