Geschichte einer Ausstellung

"Wie aus Zorn Gewalt wurde"

Vor 90 Jahren brannten Wachzimmer, Redaktionen und der Justizpalast in Wien. Es starben 89 Menschen, Hunderte wurden verletzt. Sektionschef Dr. Mathias Vogl über die Ausstellung "15. JULI 27: Ursachen – Ereignis – Folgen" im Innenministerium.

"Mit Einblicken in die Geschichte der Zwischenkriegszeit, mit Einblicken in eine Zeit, in der der soziale Frieden nicht immer gewährleistet war, zeigt diese Ausstellung durch Plakate, Fotografie, Filmdokumente und andere Objekte, wie erschreckend schnell aus Zorn Gewalt werden kann", sagt Dr. Mathias Vogl, Leiter der Sektion III (Recht) im Bundesministerium für Inneres beim Besuch der Ausstellung in der Sala terrena im Innenministerium.

Am 15. Juli 1927 brannte der Wiener Justizpalast. Demonstranten hatten ihn angezündet, weil am Abend zuvor Mitglieder einer rechtsgerichteten "Frontkämpfervereinigung" freigesprochen wurden, die Anfang 1927 bei einer Auseinandersetzung mit dem sozialdemokratischen Schutzbund in Schattendorf im Burgenland einen Kriegsinvaliden und ein Kind erschossen hatten. Die Demonstration gegen diesen Freispruch eskalierte. Es starben 89 Menschen, fünf Opfer gab es bei den Sicherheitskräften, Hunderte wurden verletzt.

"Der Schaden, der Österreich mit diesen eskalierenden Konflikten im Juli 1927 zugefügt wurde, ist für uns bis heute Mahnung und Verpflichtung zugleich. Die tragischen Geschehnisse zeigen auch deutlich, wie wichtig eine unabhängige Gerichtsbarkeit zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit und damit des sozialen Friedens in unserem Land ist", ergänzt Vogl.

Die "Schreckenstage von Wien" – beleuchtet im Bundesministerium für Inneres anhand von Filmdokumenten, Fotografien und Plakaten in der Ausstellung "15. JULI 27: Ursachen – Ereignis – Folgen" bei freiem Eintritt noch bis 3. Dezember 2017 dienstags bis freitags und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Führungen sind jeweils um 10 und 15:30 Uhr.

Text: Reinhard Leprich

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Die damaligen Geschehnisse zeigen, wie wichtig eine unabhängige Gerichtsbarkeit zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit und des sozialen Friedens in unserem Land ist", sagt Sektionschef Mathias Vogl.
©  BMI/Gerd Pachuaer

Artikel Nr: 15270 vom Donnerstag, 16. November 2017, 18:00 Uhr
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