Berittene Polizei

Über Pferde als Leidenschaft

Der niederösterreichische Landespolizeidirektor, Mag. Mag. (FH) Konrad Kogler, und der Direktor des EKO Cobra/DSE, Bernhard Treibenreif, MA, besuchten am 5. Juni 2018 in Wiener Neustadt die ersten drei Beamtinnen und Beamten, die ihren Dienst für die berittene Polizei in Österreich aufgenommen haben.

"Ich bin sehr beeindruckt, was uns hier das Projektteam bzw. die ersten Polizistinnen und Polizisten der berittenen Polizei zeigen und welche Möglichkeiten zur Ausbildung der Pferde zur Verfügung stehen", sagte der niederösterreichische Landespolizeidirektor, Mag. Mag. (FH) Konrad Kogler, beim Besuch in der Theresianischen Militärakademie in Wr. Neustadt am 5. Juni 2018. Der Spring- und Dressur-Reiter sowie staatlich geprüfte Reiterlehrer Obstlt. Roland Pulsinger vom österreichischen Bundesheer wurde mit der Ausbildung der Polizeipferde betraut, während das taktische Einsatztraining durch Beamte der Sondereinheit Cobra erfolgt. Die ersten drei Beamtinnen und Beamten nahmen ihren Dienst für die berittene Polizei in Österreich am 4. Juni 2018 auf.

Die Reitausbildung an der Theresianischen Militärakademie hat eine lange Tradition, schon 1906 wurden die ersten Militärpferde ausgebildet. Und obwohl die Remontenreithalle samt Stallungen denkmalgeschützt ist, ist die Reitsportanlage auf dem modernsten Stand der Technik. Die zukünftigen Polizeipferde finden hier ideale Bedingungen vor.

Einsatz im Sinn der Verhältnismäßigkeit

"Bei uns wird der Probebetrieb zeigen, in welchen Bereichen wir Pferde und Reiter am besten einsetzen können", sagte der Landespolizeidirektor. Er nehme von hier mit, dass die Pferde entsprechend vorbereitet werden müssten, insbesondere was Stressresistenz bedeute, ergänzte Kogler. "Und genau in Abhängigkeit dazu werden auch die Einsatzmöglichkeiten bestehen, weil es ist ganz wichtig, dass alle Instrumente, die wir zum Einsatz bringen, im Sinne der Verhältnismäßigkeit eingesetzt werden."

Polizeireiterinnen und –reiter müssten wie alle anderen Polizeibediensteten ein taktisches Einsatztraining absolvieren, "und das werden wir gerne anbieten, zumal es auf Grund der Nähe auf der Hand liegt, dass wir die Kolleginnen und Kollegen unterstützen", sagte der Direktor des Einsatzkommandos Cobra/Direktion für Spezialeinheiten, Bernhard Treibenreif, MA. "Darüber hinausgehend muss man sich ansehen, ob ein weiterer Bedarf gegeben ist, der ‚reitertaktischer Natur‘ ist." Den Kolleginnen und Kollegen werde hier eine berufliche Heimat geboten, betonte der Direktor. "Deshalb ist es wichtig und selbstverständlich, dass wir hier unsere Hilfe und Erfahrung anbieten."

Pferde als Leidenschaft

Abteilungsinspektorin Birgit Reiter, ursprünglich von der Polizeiinspektion Kaiser-Ebersdorfer-Straße vom Stadtpolizeikommando (SPK) Simmering, wo sie seit 2006 Ihren Dienst versieht, wurde gefragt, ob sie diese neue Herausforderung annehmen wolle. Die Pferdewirtschaftsfacharbeiterin, die auch selber einen Stall mit sieben Pferden führt, ist Übungsleiterin-Reiten und bildet selbst junge Reitschüler aus. Als ambitionierte Turnierreiterin freut sie sich, "denn es gibt nichts Schöneres, als die Leidenschaft mit dem Beruf verbinden zu dürfen." Zu den neuen Aufgaben zählen: "Zuerst wird die neue Dienststelle eingerichtet und die Arbeitsbereitschaft hergestellt und dann wird intensiv an den bereits eingeleiteten Beschaffungen mitgearbeitet." Auch Inspektorin Tamara Putzl, die Tirolerin, die seit 2014 in der Polizeiinspektion Lainzerstraße im SPK Meidling ihren Polizeidienst versah, verbindet eine "absolute Leidenschaft zu Pferden". Seit zwei Jahren bildet sie ein eigenes Pferd aus, "einen ungarischen Warmblutwallach". "Insgesamt sollen hier 14 Reiterinnen und Reiter für den Streifendienst ausgebildet werden", sagte sie. "Der eigentliche Startschuss fällt mit August 2018."

Der dritte Beamte ist Revierinspektor Patrick Urregg von der Polizeiinspektion Storchengasse im SPK Fünfhaus. Er ist aufgewachsen mit Pferden, seine Eltern führten eine Pferdewirtschaft. Später nahm er mehrere Jahre als Schüler des Militärrealgymnasiums an der Reitausbildung an der Theresianischen Militärakademie teil. "Die Grundausstattung wie Reithosen, Stiefel und Helme werden zur Zeit ausgesucht und voraussichtlich noch im Juni geliefert. Jetzt werden weitere Polizistinnen und Polizisten sowie geeignete Pferde gesucht", berichtete er.

Pferde-TÜV

Das Temperament der Pferde muss passen, deshalb werden nur charakterfeste Warmblutwallach gesucht. Außerdem dürfen sie nicht kleiner als 172 und nicht größer als 178 Zentimeter sein. Die Fellfarbe sollte braun oder schwarz sein, um ein einheitliches Erscheinungsbild abzugeben, und im Alter von sechs bis zehn Jahren. Die Pferde werden kommissionell angekauft und haben eine umfangreiche Gesundheitsuntersuchung, bevor es mit dem Training zum Polizeipferd losgeht.

Die Ausbildung der Polizeipferde dauert sechs bis neun Monate, sagte der Ausbildungsleiter Obstlt. Pulsinger. "Wir kaufen nur Pferde mit einer soliden Grundausbildung und danach folgt die Spezialausbildung zum Polizeipferd." Diese seien dann bis zu einem Alter von etwa zwanzig Jahren einsetzbar, ergänzte er.

Von Reinhard Leprich, BMI I/5-Onlineredaktion

Landespolizeidirektor Konrad Kogler im Gespräch mit den Beamtinnen und dem Beamten der berittene Polizei.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer
SPK Obstl. Manfred Fries, Obstlt. Roland Pulsinger, Insp. Tamara Putzl, Abteilungsinsp. Birgit Reiter, RvI Patrick Urregg, Direktor Bernhard Treibenreif und Landespolizeidirektor Konrad Kogler.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 15975 vom Dienstag, 12. Juni 2018, 13:21 Uhr
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