Sicherheitsakademie

Interesse an Polizeiausbildung

Oberstleutnant Alexandre Jeaunaux, Attaché des französischen Innenministeriums, informierte sich bei einem Besuch der Sicherheitsakademie des Bundesministeriums für Inneres (SIAK) über die Polizeiausbildung in Österreich.

Frankreich bildet seit den Terroranschlägen von 2015 mehr und rascher Polizisten aus. Auch in Österreich gibt es eine Aufnahmeoffensive der Polizei. Der französische Sicherheitsattaché, Oberstleutnant Alexandre Jeaunaux, informierte sich am 11. Jänner 2018 bei Führungskräften der SIAK in der Marokkaner Kaserne in Wien, wie das Innenministerium in Österreich etwa 2.100 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten rekrutieren und ausbilden will. Generalmajor Thomas Schlesinger, BA MA, stellvertretender Direktor der SIAK und Leiter des Zentrums für Grundausbildung, erklärte dem Kollegen aus Frankreich, wie die Aufnahme und Ausbildung von Polizeiwerberinnen und -werbern erfolgt. Derzeit seien bereits alle mittlerweile 11 Bildungszentren der SIAK, die für die Grundausbildung zuständig sind, ausgelastet. Um mehr Polizistinnen und Polizisten auszubilden, braucht es mehr Lehrsäle sowie Polizeilehrerinnen und Polizeilehrer. Deshalb gibt es entsprechende Planungen zur Erweiterung der Ressourcen. Schwerpunkte der Polizeiausbildung sind unter anderem Handlungssicherheit und Bürgernähe: "Die Polizistinnen und Polizisten lernen so einzuschreiten, wie es die Menschen in unserem Land zurecht erwarten dürfen, also stets korrekt, freundlich und mit Fingerspitzengefühl", erklärte Schlesinger.

In Österreich dauert die Polizeigrundausbildung zwei Jahre, in Frankreich wurde sie
laut Jeaunaux von 12 auf 10 Monate verkürzt. In Frankreich wurden die Aufnahmekriterien erleichtert. Es gibt in Frankreich auch eine Art Hilfspolizisten und -gendarmen, die eine verkürzte Ausbildung von drei Monaten absolvieren. Sie dürfen nur gemeinsam mit den regulären Polizisten und Gendarmen Dienst versehen, sind aber auch uniformiert und bewaffnet. Bei der Ausbildung in Frankreich wird auch ein Schwerpunkt auf Einschreiten bei Terrorlagen gesetzt. Die ersteintreffende Streife bei einem Terroranschlag muss in Frankreich nun selbst einschreiten und nicht nur mehr die Spezialkräfte verständigen. Dem französischen Sicherheitsattaché wurde bei seinem Besuch in der SIAK auch ein Einblick in das Einsatztraining und in das modulare Kompetenztraining von Polizeischülerinnen und -schülern geboten.

Oberstleutnant Alexandre Jeaunaux ist seit August 2017 an der französischen Botschaft als Attaché für innere Sicherheitsangelegenheiten stationiert. Er betreut außerdem die Slowakei, Slowenien und Tschechien mit. Jeaunaux wird in seiner Arbeit von zwei Assistenten unterstützt. Vor seiner Entsendung nach Österreich arbeitete er in der Generaldirektion der Gendarmerie nationale in Paris.

Oberstleutnant Alexandre Jeaunaux (1. Reihe, dritter von links), Führungskräfte des Innenministeriums und der SIAK.
Foto: ©  SIAK/Gerhard Vanek

Artikel Nr: 15470 vom Montag, 15. Jänner 2018, 06:20 Uhr
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