Geschichte einer Ausstellung

"So eine Zeit darf sich nicht mehr wiederholen"

Mag. Karoline Edtstadler, Staatssekretärin im Bundesministerium für Inneres, zeigt sich nachdenklich beim Besuch der Ausstellung "15. JULI 27: Ursachen – Ereignis – Folgen" in der Sala Terrena im Innenministerium.

"Die Zeitungsartikel und Tagebucheinträge, der Auszug aus dem Obduktionsbuch 1927 des Departments für Gerichtsmedizin der Universität Wien, die Pistole Steyr M34 oder der Spangenkorbsäbel der damaligen Wiener Polizei – diese Exponate bauen eine einzigartige und greifbare Verbindung in eine Zeit auf, die sich nicht mehr wiederholen darf", sagte die Staatssekretärin im Innenministerium, Mag. Karoline Edtstadler, beim Besuch der Ausstellung "15. JULI 27: Ursachen – Ereignis – Folgen". "Gerade im Gedenkjahr 2018 ist es mir ein Herzensanliegen, dass wir die Sternstunden in der österreichischen Geschichte feiern, aber auch der dunklen Stunden gedenken. Ich will mich für ein würdiges und inhaltlich breit aufgestelltes Gedenken einsetzen", betonte die Staatssekretärin.

Schreckenstage von Wien

Am 15. Juli 1927 brannte der Wiener Justizpalast, nachdem Demonstranten ihn angezündet hatten. Am Abend zuvor waren Mitglieder einer rechtsgerichteten "Frontkämpfervereinigung" freigesprochen worden, die Anfang 1927 bei einer Auseinandersetzung mit dem sozialdemokratischen Schutzbund in Schattendorf im Burgenland einen Kriegsinvaliden und ein Kind erschossen hatten. Die Demonstration gegen diesen Freispruch eskalierte. Dabei starben 89 Menschen, unter ihnen fünf Sicherheitskräfte. Hunderte wurden verletzt.

"Ich finde es sehr gut, dass man sich die Ereignisse von damals mit dieser gelungenen Ausstellung in Erinnerung rufen kann, um zu sehen und zu erkennen, wie wichtig Dialog und Deeskalation sind", sagte Edtstadler. "Es ist wesentlich, dass wir das Vertrauen in den Rechtsstaat fördern, um letztlich Parallel- und Gegengesellschaften keinen Raum zu geben. Die Menschen sollen wissen, dass sie sich auf die Gesetze in diesem Land und die Durchsetzung derselben verlassen können."

Die Ausstellung "15. JULI 27: Ursachen – Ereignis – Folgen" im Bundesministerium für Inneres beleuchtet die "Schreckenstage von Wien" anhand von Filmdokumenten, Fotografien und Plakaten. Sie ist bei freiem Eintritt noch bis Februar 2018 dienstags bis freitags und sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Führungen sind jeweils um 10 und 15:30 Uhr.

"So eine Zeit darf sich nicht mehr wiederholen", sagt Staatssekretärin Karoline Edtstadler.
©  BMI/Alexander Tuma

Artikel Nr: 15443 vom Donnerstag, 11. Jänner 2018, 06:00 Uhr
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