Verkehrssicherheit

Kontrollen zeigen Wirkung

Polizistinnen und Polizisten haben 2017 bundesweit unter anderem 5,2 Millionen Geschwindigkeitsübertretungen geahndet und 1,7 Millionen Alkoholtests durchgeführt. Den Lenkern von 32.000 Schwerfahrzeugen wurde die Weiterfahrt untersagt.

Im Jahr 2017 wurden von der Polizei in Österreich insgesamt 5,205.417 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt und Anzeige erstattet oder Organstrafverfügungen eingehoben. Davon entfielen etwa 4 Millionen auf Radarmessungen, rund 700.000 Fahrzeuglenker wurden mit Lasertechnik ertappt, weitere 500.000 von Zivilstreifen und durch Section-Control-Anlagen. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 0,5 Prozent (Jahr 2016: 5,179.485).

"Bei Kontrollen geht es um die Wirkungsorientierung. Diese Vorgabe haben wir jetzt noch stärker ins Bewusstsein gerückt", sagt Innenminister Herbert Kickl. "Das Ziel von Kontrollen ist, die sichtbare Präsenz der Polizistinnen und Polizisten an unfallträchtigen oder gefährlichen Stellen zu verstärken. Durch punktgenaue Maßnahmen sollen rücksichtslose und verantwortungslose Lenker zum Schutz der übrigen Verkehrsteilnehmer aus dem Verkehr gezogen werden." Die Straßen in Österreich sollen dadurch noch sicherer gemacht werden, ergänzt der Innenminister.

Section-Control-Anlagen

Derzeit sind acht stationäre Section-Control-Anlagen in Betrieb: In Kärnten auf der A2-Südautobahn im Ehrentalerbergtunnel, in Niederösterreich auf der A2-Südautobahn im Wechselabschnitt und auf der B37 – Kremser Bundesstraße am Gföhler Berg, in Oberösterreich auf der A7 der Mühlkreisautobahn am Hummelhof, in der Steiermark auf der A9-Pyhrnautobahn im Plabutschtunnel, in Salzburg auf der B 311 im Schönbergtunnel und im Schmittentunnel bei Zell am See sowie in Wien auf der A22-Donauuferautobahn im Tunnel Kaisermühlen. Darüber hinaus wurden im Jahr 2017 acht mobile Section-Control-Anlagen in diversen Baustellenbereichen auf Autobahnen und Schnellstraßen temporär eingesetzt. Section-Control-Anlagen messen die durchschnittliche Geschwindigkeit von Fahrzeugen innerhalb einer bestimmten, mittels Verordnung genau festgelegten Wegstrecke.

Lenkerfoto-Radaranlagen

Der Bundespolizei stehen im Verkehrsdienst derzeit 47 Lenkerfotoeinheiten bei stationären Radaranlagen, v.a. auf Transitroten, zur Verfügung. Insgesamt befinden sich 256 stationäre und mobile Radargeräte bei der Exekutive im Einsatz. Auch alle im Einsatz befindlichen Section-Control-Anlagen können Bilder für eine Lenkerdokumentation generieren.

Abstandskontrollen

In 85.954 Fällen wurde von der Exekutive festgestellt, dass der vorgeschriebene Sicherheitsabstand beim Hintereinanderfahren zu gering war, damit gab es kaum eine Veränderung zum Vorjahresergebnis von 85.666. Dieser Überwachungsbereich ist insofern von großer Bedeutung, da immer wieder rücksichtslose Raser und Drängler die große Mehrheit der verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmer gefährden.

Alkohol- und Drogenkontrollen

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 1,720.903 Alkoholkontrollen (Alkomattests und Alkovortests) von der Bundespolizei durchgeführt, eine Zunahme von 2,8 % gegenüber 2016 (1. 674.157). Auch die Zahl der Anzeigen wegen Alkohol am Steuer stieg von 27.896 im Jahr 2016 auf 28.109 im Jahr 2017 um 0,8 % Prozent. Hier zeigt sich, dass durch eine Erhöhung der Kontrolldichte durch den Einsatz von Vortestgeräten eine entsprechende Wirkung erzielt wurde und sich der erkennbare Trend der letzten Jahre zur Verhaltensänderung bei einem Großteil der Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker fortgesetzt.

Weiters wurden im abgelaufenen Jahr 2.192 Fahrzeuglenker wegen Fahren unter Drogeneinfluss angezeigt, eine Zunahme um 47 % (2016: 1.491). Der Anstieg ist u.a. auch auf eine verbesserte Ausbildung von Exekutivbediensteten für den Einsatz der in einem Pilotprojekt erprobten Speichelvortestgeräte zur Erkennung von potentiellen Drogenlenkern im Straßenverkehr zurückzuführen.

Gurt, Kindersicherung und Telefonieren am Steuer

Im Jahr 2017 wurden österreichweit 102.039 Übertretungen gegen die Gurtenpflicht festgestellt, ein Anstieg von 3,7 %. 113.770 Lenker wurden wegen Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung angezeigt oder mittels Organstrafverfügung an Ort und Stelle bestraft, das bedeutet ebenfalls einen Anstieg gegenüber 2016 um 7,7 Prozent. Ein Anstieg ist auch bei der Zahl der Beanstandungen wegen mangelnder Kindersicherung zu verzeichnen: 5.918 Anzeigen, die auch eine Vormerkung im Vormerksystem zur Folge haben, sind um 12,9 % mehr als im Vorjahr. Es zeigt sich, dass in diesen Bereichen trotz des hohen Kontrollausmaßes die Beanstandungen nach leichten Rückgängen in den Vorjahren tendenziell wieder ansteigen. Mit einer stärkeren Bewusstseinsbildung sollte dieser Trend zukünftig wieder umgekehrt werden.

Schwerverkehrskontrollen

Im Schwerverkehrsbereich wurden im Jahr 2017 insgesamt 293.523 Anzeigen und Organstrafverfügungen nach dem Kraftfahrgesetz (KFG) bei Straßenkontrollen von Lkw und Bussen erstattet (2016: 269.509), das ist ein Anstieg um 8,9 %. Der Hauptanteil davon betraf die Nichteinhaltung der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeitvorgaben im gewerblichen Güter- und Personenverkehr (148.230), gefolgt von technischen Fahrzeugmängeln an Karosserie, Bremsen und Reifen (68.194), Überladungen (39.460) und mangelnde Ladungssicherung (6.259).
Insgesamt mussten von den Kontrollorganen 31.825 LKW und Bussen die Weiterfahrt wegen schwerwiegender Verstöße oder Mängel bzw. wegen "Gefahr im Verzuge" untersagt werden (2016: 32.727), ein Rückgang von 2,8 %.

Gefahrgutkontrollen

Auf dem Gefahrgutsektor wurden 11.065 Gefahrguttransporte (Beförderungseinheiten) im Jahr 2017 einer intensiven Kontrolle unterzogen (2016: 11.951). Bei 3.225 Beförderungseinheiten wurden 13.337 Verstöße gegen die Gefahrgutvorschriften (ADR/GGBG) festgestellt und davon 12.294 Übertretungen nach dem Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBG) angezeigt bzw. mit Organstrafverfügung geahndet. Insgesamt musste die Bundespolizei 724 Beförderungseinheiten die Weiterfahrt wegen Gefahr im Verzuge untersagen (2016: 725).


Verbesserung der Verkehrssicherheit durch zielgerichtete Überwachung

Ziel all dieser Kontrollen durch die Exekutive ist es einerseits, die sichtbare Präsenz der Exekutive an unfallträchtigen oder gefährlichen Strecken und Straßenabschnitten zu verstärken und andererseits durch punktgenaue Schwerpunktkontrollen und zielgerichtete Überwachungsmaßnahmen rücksichtslose und verantwortungslose Lenker zum Schutz der übrigen Verkehrsteilnehmer aus dem Verkehr zu ziehen und so die Straßen sicherer zu machen. Im Jahr 2017 verunglückten auf Österreichs Straßen 413 Menschen tödlich, das ist die bisher niedrigste Zahl an Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen im BMI im Jahr 1950.

Die Bundespolizei ist auch künftig bestrebt, durch präventive und repressive Verkehrsüberwachungsmaßnahmen eine nachhaltige Verhaltensänderung der Verkehrsteilnehmer im Sinne eines partnerschaftlichen und rücksichtsvollen "Miteinander im Straßenverkehr" zu bewirken und so zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Österreich beizutragen.

2017 wurden 5,2 Millionen Geschwindigkeitsübertretungen geahndet und 1,7 Millionen Alkoholtests durchgeführt.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 15567 vom Freitag, 09. Februar 2018, 08:04 Uhr
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