Dämmerungseinbrüche

Schutz vor Einbrechern

Dämmerungseinbrüche: Kriminelle nutzen jede Möglichkeit, um in den Wohnraum zu gelangen.
Dämmerungseinbrüche: Kriminelle nutzen jede Möglichkeit,
um in den Wohnraum zu gelangen. Egon Weissheimer

Herbst und Winter ist Zeit der Dämmerungseinbrüche. Die Polizei rät zur Vorsicht und gibt Tipps, wie man einen Einbruch verhindern kann.

Dämmerungseinbrüche haben in der Zeit von November bis März Saison. Im Schutz der Finsternis verschaffen sich Kriminelle Zugang zu Häusern und Wohnungen, insbesondere dann, wenn keine Sicherheitsmaßnahmen zu erkennen oder Zeichen der Abwesenheit sichtbar sind. Die Einbrüche erfolgen zumeist zwischen 16 und 21 Uhr, überwiegend freitags oder samstags, wenn die Täter annehmen, dass keiner zu Hause ist. Objekte, die neben Hauptverkehrsrouten liegen und von wo Täter rasch flüchten können, geraten häufig ins Visier der Kriminellen.
Ebenso betroffen sind Siedlungen mit schwer einsehbaren Häusern. Täter nutzen jede Möglichkeit, um in den Wohnraum zu gelangen: Sie zwängen Terrassentüren, Fenster und Kellerzugänge auf oder nutzen Leitern beziehungsweise Einstiegshilfen wie Gartenmöbel, die im Garten herumstehen.

Rückgang der Anzeigenzahl durch Pandemie.

Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie und den Ausgangs- und Reisebeschränkungen von November 2020 bis Februar 2021 haben sich die Fallzahlen gegenüber 2019 (1.111 Anzeigen) halbiert.

Kommunikation und Tatortarbeit.

Wie auch vergangenes Jahr, liegt der Schwerpunkt der Polizei in der Prävention, den Ermittlungen und besonders in der Tatortarbeit. Tatortspuren haben eine zentrale Rolle bei der Klärung von Einbruchsdiebstählen in Wohnräume und dadurch auch der gesamte Bereich der Tatortarbeit und Spurenauswertung. Die Evaluierung der vergangenen Saison hat gezeigt, dass der Kommunikationsverlauf zwischen Tatortarbeit und Ermittlungen in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt wird.
Um „Informationseinbahnen“ zukünftig zu vermeiden, sollen die Expertinnen und Experten der Spurensicherung regelmäßig darüber informiert werden, wie weit ihre Arbeit zur Klärung von Straftaten beigetragen hat. Dadurch wird den Spurensicherern nicht nur die Wichtigkeit ihrer Arbeit verdeutlicht, sondern dient auch dem Feedback zur Qualität der Tatortarbeit.

Prävention.

ie Bevölkerung zu mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit aufzurufen, ist ein wichtiger Punkt in der Präventionsarbeit. Ebenso ist es bedeutend, den Menschen die Scheu vor Wahrnehmungsmeldungen bei der Polizei zu nehmen, denn nur durch die Mithilfe der Bevölkerung können Delikte verhindert und Kriminelle gefasst werden.

Unbeleuchtete Häuser erwecken den Eindruck, dass niemand zuhause ist; Zeitschaltuhren verschaffen Abhilfe.
Unbeleuchtete Häuser erwecken den Eindruck, dass niemand
zuhause ist; Zeitschaltuhren verschaffen Abhilfe. Egon Weissheimer

Tipps der Polizei

  • Fenster schließen und Terrassen- und Balkontüren versperren, auch wenn man nur kurz weggeht.
  • Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder für die Innen- und Außenbeleuchtung verwenden.
  • Durch eine gute Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe können Einbrüche verhindert werden.
  • Verdächtiges der Polizei melden.
  • Leitern, Gartenmöbel und frei herumliegendes Werkzeug können praktische Helfer für Einbrecher sein. Sie sollten versperrt im Inneren des Hauses aufbewahrt werden.

Wenn der Täter anwesend ist

  • Den Eindruck erwecken, dass man nicht allein ist, indem man einen Namen ruft – zum Beispiel: „Helmut, hörst Du das?“
  • Licht aufdrehen.
  • Dem Täter die Flucht ermöglichen, sich ihm nicht in den Weg stellen.
  • Sich möglichst viele Details vom Erscheinungsbild des Täters merken.
  • Die Polizei unter 133 rufen und Informationen zur Anzahl der Täter und Fluchtrichtung weitergeben. Telefonische Verbindung mit der Polizei halten.

Nach dem Einbruch

  • Ruhe bewahren und die Polizei unter 133 anrufen. Telefonische Verbindung mit der Polizei halten und den Instruktionen folgen.
  • Nichts verändern und keine Gegenstände berühren.

Weitere Tipps findet man auf der Internetseite des Bundeskriminalamts 

Romana Tofan


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 11-12/2021

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