Innenministerium

Innenminister Nehammer und Generaldirektor Spindelegger präsentieren Grenzschutzprojekt "Tunesien"

Innenminister Karl Nehammer und der Generaldirektor des International Centre for Migration Policy Development (ICMPD), Michael Spindelegger, präsentierten am 25. Juni 2020 in Wien das Grenzschutzprojekt "Tunesien".

"Wenn wir illegale Migration nach Europa verhindern wollen, müssen wir mit relevanten Drittstaaten eng zusammenarbeiten. Indem wir die tunesischen Grenzen schützen, schützen wir auch unsere europäischen Grenzen", sagte Innenminister Karl Nehammer bei der Vertragsunterzeichnung mit dem Generaldirektor des International Centre for Migration Policy Development (ICMPD), Michael Spindelegger, zum Grenzschutzprojekt "Tunesien" am 25. Juni 2020 in Wien.

Österreich sei eines der am stärksten von illegaler Migration betroffenen Länder Europas, betonte der Innenminister. "Seit 2015 wurden in Österreich mehr als 200.000 Asylanträge gestellt; mehr als 100.000 Menschen haben Schutzstatus erhalten. Deshalb freut es mich, dass wir heute gemeinsam mit ICMPD, einem essentiellen Brückenbauer im Bereich der Migration, ein wichtiges Grenzschutzprojekt auf den Weg bringen – danke dafür."

Tunesien komme eine Schlüsselrolle beim Kampf gegen illegale Migration und Schlepperbanden auf der zentralen Mittelmeerroute zu, betonte Nehammer. Es sei ein wichtiges Transitland auf dem Weg Richtung Europa. "Deshalb unterstützen Österreich und Dänemark Tunesien beim Ausbau der Grenz- und Küstenwache, um die illegale Einreise nach Tunesien und die illegale Weiterreise nach Europa zu verhindern."

Unterstützung bei Aufbau eines Ausbildungs- und Trainingszentrums

Konkret werde mit Dänemark und ICMPD der Aufbau eines Ausbildungs- und Trainingszentrums in Nefta, im Süden Tunesiens, unterstützt, sagte der Innenminister. "Ziele sind der Aufbau des integrierten Grenzmanagements in Tunesien zur Umsetzung der nationalen Sicherheitsstrategie, die beste Ausbildung tunesischer Polizistinnen und Polizisten unter realen Bedingungen sowie die Sicherung des Grenzschutzes und die Bekämpfung des Menschenhandels und -schmuggels."

Funktionierendes Grenzmanagement für Tunesien

"Danke für die Kooperation mit Österreich. Sie ist für uns der Grundstein eines Ausbildungsprojekts in Tunesien, mit dem wir ein System aufbauen möchten, das tunesische Grenzschutzbedienstete befähigt, alle Aufgaben meistern zu können, die für ein funktionierendes Grenzmanagement notwendig sind", sagte Generaldirektor Michael Spindelegger. Weitere Ziele des Projekts seien verbesserte Grenzabwicklungen bei Reisebewegungen sowie die Erleichterung von Handelswegen, ergänzte Spindelegger.

International Centre for Migration Policy Development (ICMPD)

Das "International Centre for Migration Policy Development" ist eine internationale Organisation mit 18 Mitgliedstaaten und rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit Aktivitäten in über 90 Ländern verfolgt ICMPD einen regionalen Ansatz, um erfolgreiche Kooperationen und Partnerschaften entlang von Migrationsrouten zu entwickeln.

Innenminister Karl Nehammer und Generaldirektor Michael Spindelegger bei der Präsentation in Wien.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 17954 vom Montag, 29. Juni 2020, 10:00 Uhr
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