Sport

Zwei Typen der Extreme

Paul Ruttmann war Staatsmeister im Rudern und WM-Teilnehmer, jetzt ist er ein Triathlon-Star. Romana Slavinec war Skirennläuferin, fuhr FIS-Skirennen, und ist jetzt Spitzen-Triathletin. Beide sind Polizeibedienstete und süchtig nach dem Wettkampf gegen sich selbst und die Uhr.

Es war der 31. Mai 2014, als Paul Ruttmann, ehemals Staatsmeister und viermaliger Teilnehmer bei Weltmeisterschaften im Rudern, einen Sieg feierte, bei dem er sogar die eingefleischtesten Sportkenner des Landes überraschte. Er gewann den Linzer "Halbironman", einen Triathlon über die Halb-Langdistanz, und besiegte 340 Sportler, Langdistanz-Staatsmeister Georg Swoboda und eine Enttäuschung, die ihn lange beschäftigt hatte. "Da habe ich erkannt, dass ich dieser Sportart eine seriöse Chance geben sollte", sagt er. "Und nach der menschlichen Enttäuschung im Rudern, war das wirklich eine zweite Chance für mich."

Erstmals startete Ruttmann 2002 bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Rudern in der offenen Gewichtsklasse. 2004 wechselte er in den Leichtgewichtsbereich. Bis 2007 qualifizierte er sich jedes Jahr für die U23-Weltmeisterschaften. Bis 2010 startete er viermal bei Ruder-Weltmeisterschaften und holte als bestes Ergebnis den sechsten Platz bei der WM 2008 in Linz-Ottensheim im Zweier ohne Steuermann der Leichtgewichte. 2013 gewann er die Staatsmeisterschaft im Achter, beendete nach einem Streit seine Ruderkarriere und wechselte zum Triathlon. Heute ist der Polizist Paul Ruttmann wieder Profisportler und Mitglied im Spitzensportkader des Bundesministeriums für Inneres (BMI). "Damit habe ich nicht rechnen dürfen, und ich möchte mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen der Polizeiinspektion Landhaus ganz herzlich bedanken", betont er. "Ihr wisst warum."

Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen

Getreu diesem Motto folgt Romana Slavinec ihrer sportlichen und beruflichen Karriere. Wer sie kennt, beschreibt sie als zielstrebig und ehrgeizig, eine Frau mit viel Ausdauer. Auch belastbar und willensstark sei sie, sagen die, die sie kennen. Was sagt sie selbst? "Ich bin ein optimistischer Mensch und glaube, dass man alles im Leben erreichen kann, wenn man nur will." Wie bei Paul Ruttmann bestimmte auch bei Romana Slavenic eine andere Disziplin ihr anfängliches Sportlerdasein. Zehn Jahre lang fuhr sie Skirennen, nahm an zahlreichen FIS-Rennen teil; vom Internationalen Skiverband (FIS) veranstaltete Ski-Wettbewerbe, die keiner Rennserie angehören, und fuhr auf Bezirks- und Landesebene viele Siege ein. Um auch beruflich erfolgreich zu sein, beendete sie ihre Skikarriere und fing mit einer "qualitativ hochwertigen schulischen Ausbildung" an. Sie studierte Sport- und Bewegungswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität in Graz und schloss mit einem Master of Science ihr Studium ab.

Slavinec kam im März 2016 zur Polizei. Sie ist der Polizeiinspektion Lainzer Straße in Wien Hietzing dienstzugeteilt und gehört wie Paul Ruttmann dem Spitzensportkader des Innenministeriums an. "Seitdem habe ich die Möglichkeit, meinen Fokus voll und ganz auf den Sport zu legen und meine Saisonziele und Trainingsmaßnahmen entsprechend zu gestalten. Ich bin dem Innenministerium und meinen Kolleginnen und Kollegen in der Polizeiinspektion sehr dankbar für diese Möglichkeit." Ein großer Vorteil sei, ergänzt sie, dass man beruflich abgesichert sei und jederzeit in den uniformierten Streifendienst zurückkehren könne.

Sportliche Erfolge

2010 wurde Slavinec in Norwegen U23-Vize-Weltmeisterin im Wintertriathlon. Zwei Jahre später wurde sie U23-Weltmeisterin und U23-Europameisterin in dieser Disziplin. 2013 wurde sie Duathlon-Staatsmeisterin. 2016 wurde sie Staatsmeisterin auf der Triathlon-Sprintdistanz, und 2017 Vize-Europameisterin im Wintertriathlon. 2018 wurde sie zum vierten Mal Vize-Staatsmeisterin auf der Duathlon-Kurzdistanz. 2019 wurde Slavinec zum dritten Mal Dritte bei der ITU-Weltmeisterschaft im Wintertriathlon. Und 2020 erreichte sie zum zweiten Mal den zweiten Platz bei den Europameisterschaften im Wintertriathlon.

Spitzensportförderung im Innenministerium

"Spitzensportförderung hat im Innenressort eine lange Tradition, und ist als duales Förderungssystem aufgebaut", sagt Günther Marek, Leiter der Gruppe I/C (Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheit, Psychologie, Sport) im BMI. Die sportliche und berufliche Karriere könne perfekt aufeinander abgestimmt werden, ergänzt Marek. "Derzeit werden 60 Athletinnen und Athleten im Spitzensportkader des Innenministeriums gefördert und von mir betreut", sagt Reinfried Herbst, Spitzensportkoordinator im BMI. "Ich mache das zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen der Abteilung für Sportangelegenheiten im Innenministerium, die mich dabei sehr unterstützen."

Dokumente:

Paul Ruttmann: "Nach dem Sieg beim Linzer Halbironman habe ich die Chance erkannt."
Foto: ©  Alexander Kaiser/lichtlinien.at
Romana Slavinec: "Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen."
Foto: ©  GEPA Pictures

Artikel Nr: 17998 vom Donnerstag, 16. Juli 2020, 13:00 Uhr
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