Kriminalitätsbekämpfung

Kampf gegen Gewalt: Bessere Dokumentation von Verletzungen

Das Innenministerium startet mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Klinisch-Forensische Bildgebung (LBI-CFI) eine Partnerschaft zur Verbesserung der Verletzungsdokumentation nach Gewaltdelikten.

Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner, der Präsident der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG), DI Josef Pröll und Dr. Eva Scheurer, Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Klinisch-Forensische Bildgebung (LBI CFI), präsentierten am 22. November 2013 in Wien das gemeinsame Projekt zur Verbesserung der Dokumentation von Verletzungen nach Gewaltdelikten. Die rechtsmedizinische Untersuchung von Opfern nach Gewalteinwirkung war bislang auf eine äußere Besichtigung des Körpers beschränkt, innere Verletzungsbefunde standen für die Begutachtung in der Regel nicht zur Verfügung. Mit radiologischen Verfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) können auch innere Verletzungen von Gewaltopfern erhoben werden.

"Damit sollen Gewaltdelikte noch besser nachvollziehbar und beweisbar werden", sagte Innenministerin Mikl-Leitner. "Wir wollen damit auch klarstellen, dass uns nicht nur das unmittelbare Einschreiten der Polizei wichtig ist, sondern auch Nachhaltigkeit in der Beweisführung und die Opferhilfe. Mit diesen Methoden können auch länger zurückliegende Gewalteinwirkungen sichtbar und beweisbar gemacht werden." Die Ministerin betonte in diesem Zusammenhang auch die bereits seit 2009 gut funktionierende Kooperation mit dem Bundesasylamt und dem LBI CFI bei Altersschätzungen.

"Dass wir nun mit dem Innenministerium einen weiteren Partner für unser Forschungsinstitut gewinnen konnten, freut uns ganz besonders, da unsere Zusammenarbeit mit der Polizei in den letzten Jahren gezeigt hat, dass polizeiliche Ermittlungstätigkeit und Rechtsmedizin untrennbar miteinander verbunden sind", sagte Dr. Eva Scheurer, Leiterin des LBI CFI. "Diese neue Partnerschaft zeigt ganz deutlich, wie eine außeruniversitäre Forschungsgesellschaft wie die LBG optimale Rahmenbedingungen für interdisziplinäre Forschung anbieten kann", sagte LBG-Präsident DI Josef Pröll. "Innovative Forschungsthemen werden gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern in einem LBI bearbeitet. Dabei ist das Forschungsprogramm auf alle Beteiligten bestmöglich abgestimmt, um basierend auf hoher wissenschaftlicher Qualität einen Nutzen für die Gesellschaft zu erzielen."

Das Innenministerium unterstützt das Projekt finanziell und mit Know-how des Cybercrime-Competence-Centers, kurz "C 4" des Bundeskriminalamts. Experten des "C4" helfen, dass forensische oder andere sensible Daten sicher übermittelt werden können.

Das von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft 2008 errichtete Institut für Klinisch-Forensische Bildgebung (LBI CFI) beschäftigt sich als erste Forschungseinrichtung in Europa mit der Erforschung und Entwicklung von modernsten rechtsmedizinischen Methoden zur Beweissicherung bei Opfern nach Gewalttaten.

Dr. Eva Scheurer (Ludwig Boltzmann Institut), Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner und DI Josef Pröll (Präsident der Ludwig Boltzmann Gesellschaft).
Foto: ©  BMI/ Alexander Tuma
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Artikel Nr: 10709 vom Freitag, 22. November 2013, 14:44 Uhr
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