Polizeiseelsorge

Beistand, Rat und Unterstützung

Geistlicher Beistand für Polizistinnen und Polizisten: Seit 20 Jahren gibt es in Österreich die Polizeiseelsorge.

Polizistinnen und Polizisten sind bei ihrer Arbeit immer wieder mit psychisch belastenden Ereignissen konfrontiert: Gewalt, Kriminalität, Schusswaffengebrauch, Überbringen einer Todesnachricht an Hinterbliebene, Unfälle und Amtshandlungen mit Menschen in Ausnahmesituationen.

Unterstützung bietet die Polizeiseelsorge, die es seit 20 Jahren gibt: Am 1. August 1996 wurde Pfarrer Mag. Martin Müller zum ersten Polizeiseelsorger in Wien ernannt.

Den offiziellen Charakter erhielt die Seelsorge für Exekutivbedienstete in Österreich mit der "Vereinbarung über die katholische Seelsorge für Exekutivbeamte", abgeschlossen im Dezember 2002 zwischen der Bischofskonferenz und der Republik Österreich.

Inzwischen gibt es Polizeiseelsorger in allen Landespolizeidirektionen (LPD). Martin Müller ist auch Bundeskoordinator der katholischen Polizeiseelsorge. Am 26. September 2006 wurde mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung auch die schon längere Zeit bestehende Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche besiegelt.

Polizeiseelsorger unterstützen Polizistinnen und Polizisten nicht nur bei der Aufarbeitung traumatischer Belastungen, sondern halten Gottesdienste für Polizeibedienstete ab, auf Wunsch auch Begräbnisse, Hochzeiten und Taufen, sie segnen Polizeifahrzeuge, wirken mit bei der Eröffnung von Dienststellen mit, ebenso bei Ausmusterungen, Angelobungen, Gedenkfeiern, Jubiläen und Ehrungen. Sie organisieren "Besinnungsnachmittage" und jedes Jahr gibt es eine Wallfahrt nach Mariazell. Zudem bieten Seelsorger Rat und Hilfe in schwierigen Situationen an.

Die römisch-katholischen Polizeiseelsorger sind den jeweiligen Diözesanbischöfen unterstellt. Ein Bereichsbischof nimmt auf der Ebene der österreichischen Bischofskonferenz die Agenden der Polizeiseelsorge wahr, ihm steht der Bundeskoordinator zur Seite. Ernannt werden die Polizeiseelsorger von den Diözesanbischöfen im Einvernehmen mit dem BMI und dem Bereichsbischof.

Die evangelische Polizeiseelsorge ist dem Evangelischen Oberkirchenrat (Augsburger und Helvetisches Bekenntnis) unterstellt. Ein Mitglied des Oberkirchenrates nimmt die Agenden der Polizeiseelsorge wahr, ihm steht als evangelischer Bundeskoordinator ein Polizeiseelsorger zur Seite. Die jeweiligen Polizeiseelsorger werden vom Evangelischen Oberkirchenrat im Einvernehmen mit dem BMI ernannt. Zur Unterstützung und Beratung der Bundeskoordinatoren besteht ein ökumenischer Arbeitskreis, der bei Bedarf zusammentritt.

Aus Anlass des 20-jährigen Bestandsjubiläums gibt es am 12. Juli 2016, um 16 Uhr, im Stift St. Florian bei Linz einen Festgottesdienst mit anschließender Agape im Prälatengarten.

Links:

Die Polizeiseelsorge feiert ihr 20-jähriges Jubiläum.
Foto: ©  BMI
Abdruck honorarfrei
Gedenkgottesdienst am 12. Juli 2016 im Stift St. Florian in Linz.
Foto: ©  BMI
Abdruck honorarfrei

Artikel Nr: 13825 vom Montag, 11. Juli 2016, 09:00 Uhr
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