"Einsatz Demenz"

"Einsatz Demenz" mit internationalem Sozialpreis ausgezeichnet

Handlungssicherheit im Umgang mit Menschen mit Demenz ist für die tägliche Polizeiarbeit von großem Vorteil. Seit 2016 können Polizistinnen und Polizisten das Online-Training "Einsatz Demenz" über die behördeninterne Lernplattform "SIAK-Campus" absolvieren. Dieses Projekt wurde am 1. Mai 2018 mit der "SozialMarie 2018" ausgezeichnet.

"Einsatz Demenz ändert den Bick der einzelnen Polizistin auf eine vorgefundene Situation, die Handlungsoptionen vergrößern sich. Ein Polizist, der trainiert hat, wie er mit Menschen mit Demenz umgehen kann, hat eine Handlungssicherheit, die er auch ausstrahlt": So begründet die Jury der SozialMarie, warum das Kooperationsprojekt "Einsatz Demenz" der Sicherheitsakademie mit der MAS Alzheimerhilfe und der Donau-Universität Krems zu den Gewinnern 2018 gehört. Diese Begründung fasst den größten Nutzen des E-Learning Tools zusammen: Handlungssicherheit im Umgang mit Menschen mit Demenz. Das Projekt wurde von einer internationalen Expertenjury aus 249 eingereichten Projekten aus Österreich, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Kroatien und Slowenien zu einem der 15 Preisträgerprojekte für soziale Innovationen gekürt.

"Amtshandlungen mit Menschen mit Demenz gehören für Polizistinnen und Polizisten zum Berufsalltag. Oft sind sie mit Unsicherheiten verbunden. Durch das E-Learning Tool werden Fähigkeiten erlernt, die nicht nur der Polizei weiterhelfen, sondern der ganzen Gesellschaft", sagte Innenminister Herbert Kickl zum Gewinn der "SozialMarie". Der Preis wurde am 1. Mai 2018 im ORF-Radiokulturhaus vergeben. Neben der finanziellen Anerkennung in Höhe von insgesamt 54.000 Euro für alle Gewinnerprojekte bietet die SozialMarie vor allem eine öffentliche Bühne für Projekte, die mit neuen Denkansätzen innovative Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen geben. Trägerin des Preises ist die Unruhe Privatstiftung, die im Jahr 2000 von Wanda Moser-Heindl und Friedrich Moser gegründet wurde.

"Demenzfreundliche" Dienststellen

Das E-Learning-Tool der Sicherheitsakademie besteht aus drei Modulen. Darin werden die medizinischen Grundlagen der Erkrankung, Grundprinzipen der Kommunikation und Praxisbeispiele dargelegt und geübt. Der Lehrgang endet mit online zu beantwortenden Fragen zum Lernstoff. Polizistinnen und Polizisten und Beamtinnen und Beamte der Sicherheitsverwaltung können freiwillig an dem Lehrgang teilnehmen. Es ist geplant, das Tool auch für andere Berufsgruppen und Organisationen zu adaptieren, wie zum Beispiel für Hilfs- oder Pflegedienste.

Um das Gütesiegel "Demenzfreundliche Dienststelle" von der Donau-Uni Krems zu erlangen, müssen mindestens 70 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Dienststelle das Online-Tool absolviert haben. Zusätzlich ist die Nennung einer Ansprechperson erforderlich, und die Dienststelle muss sich mit sozialen Einrichtungen im Streifenbereich vernetzt haben – etwa mit Pflege- oder Senioreneinrichtungen. Seit Mai 2017 wurden österreichweit insgesamt 60 Dienststellen des Innenministeriums zu "Demenzfreundlichen Dienststellen" zertifiziert.

"Dass das Projekt ein Erfolg wurde, ist den vielen engagierten Polizistinnen und Polizisten sowie den umsichtigen Führungskräften zu verdanken, die das Projekt mit Leben erwecken. Nicht nur Handlungssicherheit sondern auch gelebte Menschlichkeit zeichnen sie aus", sagte Markus Richter, MLE, MSc, stv. Direktor der SIAK und Leiter des für E-Learning zuständigen Zentrums.

Bisher haben knapp 6.600 Bedienstete sich mit Kurs auseinandergesetzt und ungefähr 5.500 haben es positiv absolviert (Zertifikat). 60 Polizeidienststellen sind als "Demenzfreundliche Dienststellen" zertifiziert.

Mag. (FH) Edith Span (Geschäftsführerin MAS Alzheimerhilfe), Markus Richter (stv. SIAK-Direktor), Univ.-Prof. Stefanie Auer (Donau-Universität Krems und wissenschaftliche Leiterin MAS Alzheimerhilfe)
Foto: ©  MAS Alzheimerhilfe/Volker Walkner
Begründung der Jury
Foto: ©  MAS Alzheimerhilfe

Artikel Nr: 15826 vom Mittwoch, 2. Mai 2018, 13:03 Uhr
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