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Cybercrime: Mehr als fünf Millionen Euro in Kryptowährungen beschlagnahmt

Ermittler des Bundeskriminalamts (BK) haben in den vergangenen fünf Jahren mehr als 5,2 Millionen Euro in Kryptowährungen sichergestellt. Innenminister Gerhard Karner war am 16. März 2023 bei Lokalaugenschein im Cybercrime-Competence-Center (C4).

Innenminister Gerhard Karner war am 16. März 2023 auf Lokalaugenschein im Cybercrime-Competence-Center (C4) des Bundeskriminalamts. "Einer der wichtigsten Punkte ist, dass die Bevölkerung selbst achtsam ist im Umgang mit dem Internet", sagte der Innenminister. "Aber wenn etwas anfällt, sind wir da." Der Kampf gegen die Computerkriminalität sei aktuell ein wesentlicher Schwerpunkt in der Polizeiarbeit. Von 2021 auf 2022 stiegen die Cybercrime-Anzeigen um ungefähr ein Drittel an. Die Zahl der bearbeiteten Fälle stieg von 46.179 auf 60.195.

Vom Bundeskriminalamt beschlagnahmte Gelder werden auf "Behördenwallets" sichergestellt und, wenn möglich, den Geschädigten zurücküberwiesen. Derzeit stehen rund 1.000 "Behördenwallets" für Amtshandlungen zur Verfügung. Wallets sind "digitale Brieftaschen", die für die Verwaltung von Kryptowährungen benötigt werden. Jeder Polizeibedienstete habe die Möglichkeit, Kryptowährungen sicherzustellen und an die Behördenwallets zu übermitteln.

Ermittlungsfelder des Cybercrime-Competence-Centers

"Wir führen eigene Ermittlungen im Darknet und unterstützen nachgeordnete Dienststellen bei Darknet-Ermittlungen", erklärte Andreas Dengg, Leiter des Fachbereichs Darknet im C4.
Als Beispiel nannte Dengg den Diebstahl von GIS-Daten, wo ein Täter in den Niederlanden gefasst werden konnte. Man versuche, das Darknet zu monitoren. Sobald es einen Österreich-Bezug gebe, würde man selbstständig tätig werden, ergänzte der Fachbereichsleiter.

Das C4 hat ein Elektroniklabor, wo zerstörte oder beschädigte Daten wiederhergestellt werden können. Darüber hinaus gibt es eine Kfz-Forensik, die Bewegungsdaten von Fahrzeugen sowie personenbezogene Daten, beispielsweise welches Handy zuletzt mit dem Auto verbunden war, auslesen kann.

Eine weitere Abteilung ist die Multimedia-Forensik. Hier werden Videoaufnahmen und Fotos ausgewertet und schlecht erkennbare Details aus Bildern sichtbar gemacht. Dadurch konnte im Fall des in Tirol ertrunkenen Buben mittels Videoaufnahmen festgestellt werden, dass die Flasche, mit der der Vater des Kindes angeblich bewusstlos geschlagen worden sein soll, von ihm im Kinderwagen mitgeführt wurde.

Klaus Mits, Leiter der Abteilung "Kriminalpolizeiliche Assistenzdienste" im Bundeskriminalamt, hob das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die technische Ausstattung hervor. Das C4 hätte sowohl im In- als auch im Ausland eine hohe Reputation. Das Team sei die "Speerspitze der österreichischen Polizei im Kampf gegen die Cyberkriminalität". Der Personalstand soll laut Bundeskriminalamt-Direktor Andreas Holzer bis Ende 2024 von 90 auf 128 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufgestockt werden.

Innenminister Gerhard Karner auf Lokalaugenschein im Cybercrime-Competence-Center (C4) des Bundeskriminalamts.
Foto: ©  BMI/Jürgen Makowecz
Das C4 hat unter anderem ein Elektroniklabor, eine Kfz-Forensik und eine Multimedia-Forensik.
Foto: ©  BMI/Jürgen Makowecz
Der Personalstand des C4 soll laut Bundeskriminalamt-Direktor Andreas Holzer bis Ende 2024 von 90 auf 128 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufgestockt werden.
Foto: ©  BMI/Jürgen Makowecz

Artikel Nr: 22537 vom Montag, 20. März 2023, 06:08 Uhr
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